Geocaching bei der Messe “Jagd & Hund”

Jagd & Hund - Europas größte Jagdmesse

Jagd & Hund – Europas größte Jagdmesse

Bei der Messe “Jagd & Hund”, die vom 31. Januar bis zum 5. Februar in Dortmund stattfand, war dieses Jahr auch Groundspeak mit einem Stand zum Thema Geocaching vertreten. Die Jagd & Hund ist Europas Leitmesse zum Thema Jagd und Angeln. Wenn man in Kontakt mit Jägern kommen möchte – vielen Jägern – dann ist das genau der richtige Ort.

Groundspeak war auf Einladung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen auf der Messe. Dort beschäftigt man sich bereits seit einiger Zeit mit dem Thema Geocaching und versucht z.B. in Form von Symposien Jäger und Geocacher zusammenzubringen. Motto: Lieber miteinander reden statt übereinander. Am Stand prangte daher nicht nur das Geocaching-Logo sondern auch der LJV NRW zeigte dort Flagge – durchaus zur Irritation mancher Jäger.

Reviewer und Vertreter Groundspeaks aus Seattle vor Ort 

MissJenn (Jenn Seva) aus Seattle als Vertreterin Groundspeaks am Messestand

MissJenn (Jenn Seva) aus Seattle als Vertreterin Groundspeaks am Messestand

Zusammen mit einigen anderen Reviewern habe ich MissJenn von Groundspeak bei der Standbetreuung geholfen und kam so in das direkte Gespräch mit Jägern. Und Förstern. Und Geocachern. Und auch Kombinationen davon, z.B. hatte ich ein nettes Gespräch mit einem jagenden Förster der bereits seine ersten 100 Geocaches gefunden und geloggt hat.

Trotzdem waren natürlich die Jäger das Zielpublikum des Standes. Es ging einfach darum, hier eine Möglichkeit zu geben sich über Geocaching zu informieren, ein Gesicht zu zeigen und vor allem auch eine Kontaktmöglichkeit zu bieten. So wurden dann auch reichlich Flyer die das Geocachen erklären und Kontaktkärtchen verteilt. Und natürlich auch viel mit Jägern gesprochen bzw. zugehört, wenn diese ihre Nöte mit so manchem Geocacher bzw. Geocache schilderten.

Konfliktpotential ist vorhanden

Denn machen wir uns nichts vor: Da draußen gibt es tatsächlich eine ganze Reihe Caches die für Konflikte mit Jägern sorgen. Dinge die immer wieder genannt wurden:

  • Nachtcaches
  • Geocaches in Einständen/Dickungen/Wildruhezonen
  • Geocaches im direkten Schussfeld von Hochsitzen

So mancher Jägersmann kannte die Probleme allerdings nur vom Hörensagen. Wir hatten Formulare dabei, um etwaige Problemcaches direkt vor Ort aufzunehmen, mit dem Versprechen uns darum zu kümmern (sprich: deaktivieren und Kontakt herstellen, auf Wunsch aber auch Archivierung des Caches). So konkret wollten viele dann aber gar nicht werden. Manche sagten, sie hätten zwar ein paar Dosen im Revier, aber da wo sie lägen würden sie nicht stören.

Jäger sind gut informiert, was in ihrem Revier passiert

Was aber sehr klar wurde: Jäger wissen zum größten Teil, wo sich in ihrem Revier Geocaches befinden. Vielleicht nicht auf den Meter genau, aber die grobe Stelle schon. Und das nicht, weil sie bei geoaching.com auf der Karte nachgeschaut haben. Sondern weil sie Geocacher bei der Suche beobachten. Wenn an einem Wochenende alle halbe Stunde Leute an der gleichen Stelle vom Weg ab in den Wald gehen, weiß der Jäger Bescheid das dort irgendwo etwas ist.

Dialog auf Augenhöhe

Der in Teilen der Geocaching-Community geäußerte Wunsch, man möge doch bitte alles geheim halten oder Versuche, Cacheorte über Premium-Only, Multis oder Mysteries zu verschleiern, gehen daher völlig an der Realität vorbei. Im Gegenteil, sie schaden sogar. Ein mehrfach geäußerte Klage war, dass Geocacher wenn man sie anspricht nur rumdrucksen und keine vernünftige Auskunft geben oder gar dreist lügen. Eine denkbar schlechte Basis für ein Gespräch auf Augenhöhe!

Wenn der Jagdpächter ohnehin Bescheid weiß, spielt man viel besser mit offenen Karten – so wie das in anderen Ländern wie den USA längst üblich ist. Dazu gehört im Grunde, dass man sich bei Caches in der freien Natur (Feld, Wald, Wiese) bereits vor dem Auslegen mit dem Jagdpächter in Kontakt tritt und versucht die Sache mit ihm abzustimmen.

Allerdings haben wir Geocacher da ein ähnliches Problem wie die Jäger: Wen kontaktiere ich denn nun? In Richtung Geocacher ist das relativ klar, über kontakt@geocaching.com. Für den umgekehrten Weg ist es momentan noch etwas schwierig. Der Landesjagdverband NRW denkt aber bereits über eine Lösung nach, wie man über eine überschaubare Zahl von Ansprechpartnern (z.B. auf Ebene der Regierungsbezirke in NRW) zum Jagdpächter vor Ort weitergeleitet werden kann.

Es bleibt also spannend.

Groundspeak Volunteer Reviewer auf Geocaching.com seit Dezember 2008.

Twitter 


4 Gedanken zu “Geocaching bei der Messe “Jagd & Hund”

  1. Pingback: “Geocacher aller Länder, vereinigt euch” – Mein Fazit der Messe “Jagd & Hund 2013” | Geocaching-MS.de

  2. Das mit dem Dialog ist ja nicht falsch. Bloß: Problemlösung heißt – ich zitiere: “deaktivieren und Kontakt herstellen, auf Wunsch aber auch Archivierung des Caches”. Klar, es wird so getan, als hätten die Jäger so eine Art “Hausrecht” im Wald. Und wir Geocacher sind diejenigen, die immer und stets nachgeben sollen.

    Für mich heißt Dialog aber auch, dass sich ggf. beide Seiten bewegen müssen. Das heißt auch, dass auch ein Jäger mal zurückstecken kann. Denn ein Besitzrecht hat ggf. der Waldbesitzer, nicht aber der Jäger. Und nur der Eigentümer kann m.E. einen Cache deaktivieren lassen; aber nur der.

    Außerdem wage ich immer noch zu bezweifeln, dass Jagd und Umweltschutz auch nur das geringste miteinander zu tun haben. Wenn das nicht so wäre, würde die Jägerschaft alles daran setzen, dass wir wieder zu einer natürlichen Wildbestandsregelung kommen, und die Futterstände in der Nähe von Hochsitzen (natürlich nur zum Beobachten des Wildes!) wären so was von überflüssig. Doch jedes Stück Wild, das im Winter an Erschöpfung stirbt, (weil es nicht durchgefüttert wurde, oder weil die bösen Geocacher durch das lärmende Verlassen von Wegen das Wild bis zur Erschöpfung stören) kann im Herbst nicht mehr gejagt werden …

    Ich wehre mich dagegen, mich in meinen gesetzlich verbrieften Rechten beschneiden zu lassen. Auch wenn ich kein Revier pachte, so habe ich ein gesetzliches Betretungsrecht des Waldes. Und so lange ich mich an Recht und Gesetz halte, erwarte ich auch, dass mein Gegenüber das ebenso tut.

    Das wird auch dadurch nicht besser, dass Groundspeak oder irgend ein Reviewer meint, sich zum Erfüllungsgehilfen des Jägers machen zu müssen; ganz im Gegenteil würde ich von der Organisation, die meine Beiträge kassiert erwarten, dass sie meine legitimen Interessen schützt. Das bedeutet, dass sie auch jeglichen Verbänden gegenüber klar Stellung FÜR das Geoching bezieht, natürlich in einem durch die bestehenden Gesetze und Regeln geltenden Rahmen.

    Denn wir Geocacher sind nicht kriminell (jedenfalls nicht mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung auch), unser Hobby ist nicht kriminell oder per se umweltschädigend, und wir verbrauchen auch keine Ressourcen, die unwiderbringlich verlorengehen.

    Und wir selbst haben auch ein Interesse, gegen Auswüchse (wie z.B. das Befahren von Waldwegen, das Zerstören von Trockenmauern oder das Zertrampeln von Biotopen) vorzugehen.

  3. Danke für den Bericht. Es zeigt sich erneut, dass die Dialog-Suche einfach der richtige Weg ist. Nicht umsonst haben Deutscher Wanderverband mit Deutscher Wanderjugend, Bundesamt für Naturschutz und GARMIN Deutschland sich so intensiv für eine Initiative-Geocaching-Dialog stark gemacht. Klar, das wurde anfangs belächelt und auch verspottet. Aber wenn auf einmal der Marktführer Groundspeak auch diesen Weg einschlägt, dann scheint dieser Weg ja offenbar nicht verkehrt zu sein.
    Zur Messe Jagd & Hund waren Deutscher Wanderverband und Deutsche Wanderjugend ebenfalls an einem Tag vertreten. Es gab nette Gespräche mit den Landesjagdverbänden, weitere Kontakte wurden geknüpft.
    Alles in allem freuen wir uns, dass Naturverträgliches Geocaching machbar und möglich ist, wenn man den Dialog sucht. Das macht zwar Mühe, ist aber zielführender, als in vermeintlicher Heimlichkeit zu agieren. Insofern fand ich den Bericht über das “Wie erlangen die Jäger die Kenntnis über Geocaching-Standorte” sehr aufschlußreich. Denn ziemlich oft wurde die Karte auf der Informationsplattform geocaching.de “verantwortlich” gemacht und man versuchte, über PM-Bedosung der Beobachtung zu entkommen.

    Insofern: Weiter so! Die Freizeitgruppe Geocacher ist auf einem guten Weg, auch ohne einen eigenen Lobbyverein seine Interessen gut zu vertreten. Und das ist im Verbände/Vereineland Deutschland ein absolutes Novum.

    Jörg
    Deutsche Wanderjugend

  4. Haloa!
    Schön geschrieben. Es spiegelt genau das wieder, was ich bei meinem Messebesuch bereits hörte.
    Auch wenn es beiderseits noch Dickschädel und in ihren Ansichten unbelehrbare gibt (und machen wir uns nichts vor – auch immer geben wird), ist die Entwicklung positiv.
    Darum freue ich mich schon auf die Geocaching-Konferenz: [ http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?wp=GC3A99E ] [ http://www.gecko-konferenz.de ] , der ich Potential unterstelle und auf die ich in diesem Zusammenhang nochmals hinweisen möchte.

    Viele Grüße
    TJ.

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