Vom 08.-10. Juni 2012 hat im Naturfreundehaus Ebberg in Schwerte die Geocaching-Konferenz 2012 (GC3A99E) stattgefunden. Unzählige Workshops, Vorträge und Exkursionen standen auf dem Programm und lockten mehr als 250 Geocacher, die sich u.a. mit Themen rund um Geocaching im Umfeld von Jagd, Forst und Naturschutz beschäftigten.
Das mehrtägige Event hielt eine ganze Reihe an Highlights parat.
Vorstellung Umweltcacher
In insgesamt drei Workshops wurde Umweltcacher den Konferenzteilnehmern vorgestellt. Grundlage war eine Präsentation um die sich jeweils eine Diskussion entwickeln sollte, wo liegen Probleme und Konfliktfelder, welche Potentiale bestehen, welche Handlungsspielräume ergeben sich, wie können andere von der Berichterstattung auf Umweltcacher profitieren.
Einer dieser Workshops fand am Samstag in einem sehr kleinen Rahmen statt. Mit Kuhwaidi von Geocaching Münsterland, der Podcast, und Ehnatnor von Geocaching-MS.de wurde in intimer Runde über die Themen, die das Wochenende über im Vordergrund stehen geplaudert. Auf Geocaching-MS.de findet Ihr übrigens auch einen umfassenden Bericht über die Geocaching-Konferenz.
Parallel zur Umweltcacher-Präsentation fanden Workshops von Krolock zum Thema WhereIGo und Ronnie vom Team Bashira zum Thema GPS für Einsteiger statt.
Unterwegs mit „Die Naturführer“
Ein weiteres kleines Highlight war die Exkursion unter fachlicher Expertise von „Die Naturführer“. Diese hatten bereits im Vorfeld das Gecko-Team bei der Durchführung eines Citos zum Eidechsenschutz unterstützt und weihten viele Geocacher in die Bedürfnisse einiger meist im Verborgenen lebenden Tierarten ein, da man nur das schützen kann, was man auch kennt. Amphibien, Insekten, Vögel, Pflanzen; es zeigten sich viele unscheinbare Lebewesen am Wegesrand.
Interessante Aussteller
Neben einigen Geocaching-Shops im Raum „Zwickau“ waren im Freibereich die Kletter-Spezial-Einheit und Decathlon vertreten. Diese boten Einsteigern die Möglichkeit sich im Klettern bzw. Bogenschießen auszuprobieren. Auch die Kreisjägerschaft Dortmund war mit der „Rollenden Waldschule“ des Lernortes Natur vertreten. Kompetent wurden fachliche Fragen rund um das Thema Jagen und Wild und Wald beantwortet. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit die mitgebrachten Exponate –alles originalgetreu präparierte Tiere des Waldes – genau in Augenschein zu nehmen und ausdrücklich auch anzufassen. Die meisten dieser Tiere werden von Geocachern wenn überhaupt nur als leises Rascheln im Unterholz wahrgenommen.
Highlight I: Die Podiumsdiskussion am Samstag
Das erste große Highlight war die Podiumsdiskussion mit hochkarätiger Besetzung.
- Prof. Dr. Hans Walter Louis, Schriftleiter der juristischen Fachzeitschrift “Natur und Recht”
- Martin Sturzenhecker vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW
- Andreas Schneider, Referatsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen e.V.
- Andreas Kramer, als Reviewer stash-lab auf Geocaching.com
Moderiert wurde diese Diskussion mit anschließender Fragerunde von Guido Baumann. D-Buddi hat diese Veranstaltung gemeinsam mit TJ (auch dort ist ein umfassenden Beitrag zur Gecko zu finden) und technischer Unterstützung vom Tünnes direkt ins Internet gestreamt. Einen Mitschnitt des Live-Podcastes kann man z.B. hier herunterladen.
Den Anfang machte Prof. Dr. Louis, der das eigentlich trockene Thema der Rechtsgrundlagen zur Dosensuche in Wald und Flur unterhaltsam verpackt, den anwesenden Geocachern näher brachte. Nachfolgend schilderte Andreas Schneider die Störpotentiale des Geocachens aus Sicht der Jägerschaft. Den Abschluss machte Martin Sturzenhecker, der die Problematik des Geocachens aus Sicht der Forstwirtschaft beleuchtete.
Die Aspekte des Naturschutzes konnten leider nicht eigenständig vertreten werden, dürfte sich aber im Tenor der Jägerschaft und der Landesbetriebes Wald und Holz NRW bewegen. Auch der Waldbauernverband als Vertreter der privaten Grundeigentümer war leider nicht anwesend, obwohl gerade die Privatwälder in NRW ca. 67% der Fläche ausmachen.
Generell hat man nichts gegen das Geocachen, solange man sich an gewisse Spielregeln hält. Ganz im Gegenteil, gerade auf Seiten der Jägerschaft sieht man auch das Potential, welches die Dosensuche mit sich bringt. Je mehr man sich in der Natur bewegt und sich darauf einlässt, umso mehr Verständnis entwickelt man für die Dinge, welche es zu schützen gilt.
Grundsätzlicher Tenor aller Beteiligten war jedoch, dass man sowohl den Jagdausübungsberechtigten als auch den Grundeigentümer fragen sollte, bevor ein Geocache ausgelegt wird, damit sichergestellt werden kann, dass schützenswerte Gebiete wie Wildruhezonen, Einstandsgebiete, etc. gemieden werden. Auch wenn mancherorts bestimmte Spielarten des Geocachens nicht gerne gesehen werden; im Fokus standen auf der Podiumsdiskussion Nachtcaches und Klettercaches; werden sich oftmals für beide Seiten tragbare Kompromisse finden lassen.
Als Cacher sollte man sich immer wieder bewußt machen dass man auf und mit dem Eigentum anderer „spielt“, und sich entsprechend respektvoll gegenüber diesen Werten verhalten und das Potential von Schäden geringstmöglich halten. Als Beispiel wurden der Wert, den ein Baum darstellt genannt. So kann eine Eiche, welche für die Furnierherstellung genutzt werden kann schnell mehrere Tausend Euro wert sein. Erkrankt diese jedoch z.B. auf Grund von beim Klettern abgebrochenen Ästen, kann der Baum vielleicht noch als Brennholz dienen und kann nur noch für einige Hundert Euro verkauft werden.
Für alle Details der Podiumsdiskussion hört Ihr Euch am besten den Mitschnitt der Diskussion an.
Blogger und Podcastertreffen
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fand das Blogger- und Podcastertreffen statt. Leider kam man über eine kurze Vorstellungsrunde nicht hinaus, da das Rahmenprogramm nur ein sehr enges Zeitfenster bereithielt. Es war in jedem Fall interessant, einmal die Gesichter hinter bekannten Stimmen und Texten kennenzulernen.
Highlight II: Das Reviewer-Interview am Sonntag
Reviewer im Interview
Ein weiteres Highlight war das Reviewer-Interview am Sonntagmorgen. Zwei Reviewer haben im Interview Rede und Antwort gestanden und damit interessante Einblicke in Ihre Arbeit gegeben. Einige Missverständnisse und Unklarheiten zu Ihren Aufgaben, Zuständigkeiten, aber auch zu Ihren Möglichkeiten, konnten aufgeklärt werden. Wie werden bestehenden Guidelines ausgelegt, wo kommt es häufig zu Missverständnissen, warum werden manchmal bestimmte Entscheidungen getroffen.
Der Abschluss-Cito
Zum Abschluss der Veranstaltung, bei der über große Strecken hinweg über die Belange der Natur und des Naturschutzes diskutiert worden war stand ein wenig aktive Arbeit an. Im Rahmen eines Citos wurden unter ortskundiger Führung mit unzähligen fleißigen Händen die umliegenden Wälder vom Müll befreit. Dabei durfte mit Rücksicht auf die Schutz- und Brutzeiten nur direkt vom Weg aus gesammelt werden. Auch mit dieser Einschränkung und mit Hinblick darauf dass erst vor einigen Monaten dort eine vergleichbare Aktion stattgefunden hatte, kam leider wieder eine ansehnliche Menge Müll zusammen.
Fazit
Das Team hinter der Geocaching-Konferenz hat großartiges geleistet. Angefangen von den einzelnen Programmpunkten, über die Klasse Location, die Organisation der An- und Abreise per Shuttlebus, tollen Referenten und Ausstellern bis hin zur Verpflegung. Man fühlte sich nicht nur als Teilnehmer, sondern als Gast der Veranstalter.
Das Thema bewegt viele. Angefangen von einzelnen Cacheownern, über Stammtische und andere kleiner Events war diese Veranstaltung ein echtes Highlight des vor ungefähr einem Jahr in Dortmund gestarteten Dialoges mit Jagd, Forst und Naturschutz.
Der Gedanke, sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen muss natürlich von allen weitergetragen werden, um Geocachen als naturverträgliches Hobby bewahren zu können.
Weitergehende Informationen
Um Informationen und Interessante Links rund um Jagd, Forst und Naturschutz für Geocacher zu sammeln ist auf Umweltcacher unter den Informationen seit längerem eine Linksammlung zu finden, die beständig angepasst/erweitert wird. Ebenfalls sind unter den Informationen ein paar allgemeine Tipps zum richtigen Verhalten in der Natur zu finden.
Erste Reaktionen
Neben einigen Beiträgen in der Presse zur Geocaching-Konferenz, welche auf der Eventwebseite eingesehen werden können, ist auch in einigen Blogs und Podcasts das Thema aufgegriffen worden:
- geocaching-ms.de
- Geocaching Münsterland, der Podcast
- TJ
- Die Schweigende Mehrheit – Mitschnitt der Diskussion
- Die Schweigende Mehrheit – persönliches Fazit
- Team Lauflöwe
- WhereIBlog
- Teufelstalk von LouisCifer mit BueTriDo
- Dosenfischer
- Die Naturführer sensibilisieren für bedrohte Tierarten
- Reviewer im Interview














Pingback: Geocaching und Naturschutz – „Art 2012 – Am Runden Tisch“ in der Städteregion Aachen | Umweltcacher.de
EIn offizielles Feedback der anderen Gruppen – fordergründig Landesjagdverband NRW bzw. Landesbetrieb Wald und Holz NRW – zu dieser Veranstaltung habe ich bisher nicht gefunden.
Aus Gesprächen mit den Beteiligten weiß ich aber dass es dort auch entsprechend gut angekommen ist.
So ist der Landesjagdverband auch wieder Gastgeber für Groundspeak auf der Jagd und Hund Open Air.
Gibt es auch ein Feedback zu der Veranstaltung von Seiten der anderen beteiligten Gruppen ?
Herzlichen Dank!
Ein schöner Bericht, den wir gerne auf der Event Homepage http://www.gecko-event.de verlinken!
Nach einer kleinen Pause, um alles einmal “sacken” zu lassen und in Ruhe auszuwerten, werden wir Euch auf dem Laufenden halten, wie es mit dem GecKo Projekt in Zukunft weitergeht.
Beste Grüße,
Euer GecKo-Orgateam