Jagd & Hund outdoor vom 22.-24.6.2012 auf Schloss Eggeringhausen

Ein Gastbeitrag von Kuhwaidi

Große Karte auf OSM

Am Samstag hatte ich Gelegenheit gemeinsam mit stash-lab und Travelling Jack den Geocachingstand zu betreuen. Am Nachmittag wurden wir durch die rosinas und Winkli aus dem GecKo-Team verstärkt.

Der Landesjagdverband NRW, dessen Vertreter Andreas Schneider unserem Hobby sehr positiv gegenübersteht, hatte uns eingeladen, auch auf dieser Messe den Dialog mit den Jägern fortzuführen.

Und, soviel lässt sich schon an dieser Stelle sagen: Dieses Ziel wurde erreicht. Etliche Gespräche mit Hobby- oder Berufsjägern halfen, vorhandene Missverständnisse und Falschinformationen zu korrigieren und die Basis für ein gemeinsames Miteinander in der Natur zu verbreitern. Nicht nur unser Angebot, einige auf dem Messegelände versteckte Caches einmal selbst zu suchen, wurde positiv angenommen sondern schon die Tatsache, dass wir dort waren um zum Dialog bereit zu stehen, wurde immer wieder besonders herausgehoben.

Wir treffen bei den meisten Jägern auf Verständnis. Sie können durchaus nachvollziehen, dass viele störende Aktivitäten nicht aus Bosheit sondern aus Unwissenheit resultieren und sind gerne bereit, hier aufzuklären.

Klar muss allerdings auch sein, dass wir nicht allein im Wald sind. Und dass bestimmte Bereiche, auch in Gebieten, die nicht unter Naturschutz stehen, dosenfrei bleiben müssen.

Das größte Konfliktpotential haben offensichtlich Nachtcaches und auch Tagcaches, die unsinnigerweise mitten in der Nacht angegangen werden. Hier sehen die Jäger überwiegend zwei Probleme:

Zum Einen Personen (nicht zwingend Cacher), die sich möglichst unauffällig im Wald bewegen. Hier besteht latent immer die Gefahr, dass eine Kugel, die das Wild verfehlt, einen Spaziergänger (oder eben auch Geocacher) verletzt. Daher wurde von vielen Gesprächspartnern der Wunsch geäußert, sich kenntlich zu machen, also nicht im Tarnfleck und ohne Licht „durch den Wald zu robben“.

Zum Anderen bringt natürlich auch auffälliges Verhalten im Wald Störungen mit sich. Wenn ein Jäger, dessen Revier nicht immer direkt vor der Haustür liegt, zum x-ten Mal auf einen Bock ansitzt und dieser dann von Geocachern aufgescheucht wird, ist sein Ärger nachvollziehbar. Und Wild stört man auch dann, wenn man es selbst gar nicht wahrnimmt. Denn die Tiere nehmen uns in einem deutlich größeren Umkreis wahr als wir sie.

Lösungen für diese Problematik zu finden, hierfür zeigten alle Jäger, mit denen ich sprach, Kompromissbereitschaft.

Das erfordert dann auf unserer Seite die Bereitschaft der Owner, vorher mit dem Jäger, Förster oder Eigentümer zu sprechen und bei den Suchern, sich an die Vorgaben der Owner im Listing zu halten. Und, wenn diese Vorgaben nicht beachtet werden, muss der Owner den Cache notfalls archivieren. Hier brauchen wir die Selbstreinigungskraft der Community, damit wir unser Hobby möglichst konfliktfrei weiter ausüben können.

Erstaunt waren viele Interessenten am Stand, dass wir kein Verein sind und auch die Gründung eines solchen von uns als nicht zielführend angesehen wird. Dass wir daher nie alle erreichen können, die sich grade mal fürs Cachen interessieren und es „mal eben“ ausprobieren, wurde aber durchaus verstanden. Umso mehr bekamen wir positive Rückmeldungen für unsere Bemühungen, Wissen in beide Kreise zu tragen.

Travelling Jack hat dankenswerterweise erklärt, dass er einige Begriffe aus der Jagdsprache einmal für uns verständlich in seinem Blog erläutern will. Find ich prima J. Denn auch ich wusste bis vor kurzem z.B. nicht, was eine Dickung ist und erst recht nicht, wie ich die im Wald erkennen soll (wenn denn kein Zaun drum ist).

Übrigens: Ein generell schlechter Weg, der bei der Verbesserung der Kommunkation eher hinderlich ist, ist das Winken mit der Gesetzeskeule. Natürlich wissen Jäger, dass es ein Recht gibt, Wälder zu betreten. Aber daran werden sie genauso ungern erinnert wie Autofahrer daran, dass ein Verkehrsschild nicht interpretationsfähig ist (50 bedeutet 50 und nicht 59 (um einmal einen freundlichen Verkehrspolizisten zu zitieren, der diese Aussage mit einem „Knöllchen“ garnierte ;-) )

Viel mehr sollten wir uns alle (und da nehme ich mich nicht aus) an die eigene Nase packen und danach handeln, dass Regeln eben nicht nur für Andere sondern auch für einen selbst gelten. Denn mit den Guidelines verhält es sich ähnlich wie mit der StVO – würden dort alle den § 1 beachten, bräuchte man den Rest des Regelwerks kaum. Die Fehler, die ich mir im Strassenverkehr leiste, treffen allerdings primär mich bzw. meinen Geldbeutel.

Der Schaden, den unvernünftiges Verhalten von Ownern und Cachern anrichten kann, trifft uns alle. Also sollten wir nicht übereinander sondern miteinander sprechen.

Nur zu sagen: „Ok, ich geh nun nicht um diese spezielle problematische Dose zu suchen, aber ich weiss, dass es viele andere trotzdem machen werden.“ reicht nicht. Es wird zwar immer uneinsichtige Cacher und Owner geben, aber wenn wir nicht mit Ihnen sprechen und versuchen, sie davon zu überzeugen, dass sie auf Dauer die ganze Community schädigen, dann ändert sich nichts. Steter Tropfen sollte auch diese Steine erweichen…

In diesem Sinne sollten wir weiter den eingeschlagenen Weg, miteinander verträgliche Lösungen für alle Beteiligten zu finden, verfolgen. Damit wir uns auch in Zukunft grüßen können mit

Bis bald im Wald

Kuhwaidi

Autor:

Kuhwaidi cached seit Anfang 2009. In der Eventserie der Cacherhochschule organisiert er seit 2010 Workshops, die sich mit cacherelevanten Themen beschäftigen.

Zu hören ist er regelmäßig auf Geocaching Münsterland, der Podcast.

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2 Gedanken zu “Jagd & Hund outdoor vom 22.-24.6.2012 auf Schloss Eggeringhausen

  1. Das die Geocacher nicht in einem Verein nach deutschem Recht organisiert sind, ist schon richtig.

    Aber: Praktisch 100% der Geocacher sind bei geocaching.com bzw. opencaching.de als Benutzer registriert. Das gilt insbesondere für diejenigen, die einen Cache versteckt haben. Insofern besteht ein hundertprozentiger Organisationsgrad, jeder Cacheowner und fast alle Cachesuchenden sind über die Portale erreichbar.

    Es ist wichtig, dass dies auch Jäger, Naturschützer, Behörden und Grundbesitzer wissen. Denn dadurch stehen sie eben nicht einer anonymen Menge von Geocachern gegenüber, sondern können, wenn nötig über die Portale Kontakt aufnehmen oder um Verlegung/Entfernung eines Caches bitten. Das nimmt viel Druck ‘raus.

    • @eigengott Das ist richtig. Allerdings in der Praxis erfordert es zumindest, dass man sich selbst auf der Plattform registriert, um Kontakt aufnehmen zu können. Das scheuen viele.
      Die Vorstellung derjenigen, die nach einem Verein fragten, lag eher so, dass es dann einen Ansprechpartner gibt, den man problemlos kontaktieren kann. Wir haben dann auf kontakt@geocaching.com verwiesen. stash-lab will sich darum kümmern, dass Mails, die dort eingehen, zukünftig entweder auf deutsch beantwortet werden oder an einen deutschen Ansprechpartner weitergeleitet werden.

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